OCPP: Was ist das Protokoll und wann brauchst du es?

OCPP steht für Open Charge Point Protocol — der offene Standard für die Kommunikation zwischen Wallbox und einem Backend-System. Privatnutzer brauchen es selten, für Gewerbe und Mehrfamilienhäuser ist es oft Pflicht.
Was macht OCPP?
OCPP verbindet deine Wallbox mit einem zentralen System. Das ermöglicht: Nutzerauthentifizierung (RFID-Karte), Abrechnung (wer hat wie viel geladen), Lastmanagement (mehrere Wallboxen teilen den Stromanschluss intelligent), Fernwartung und Updates.
OCPP 1.6 vs. OCPP 2.0
| Version | Status | Neue Features |
|---|---|---|
| OCPP 1.6 | Marktstandard | Basis-Funktionen, weit verbreitet |
| OCPP 2.0.1 | Zukunft | Plug-and-Charge, V2G, ISO 15118 |
Für wen ist OCPP wichtig?
- Mehrfamilienhäuser: Abrechnung der Ladekosten pro Mieter
- Betriebe/Flotten: Zentrales Lademanagement, DATEV-Export
- Parkplatzbetreiber: Öffentliche Abrechnung, Gastzugang
- Private: Meist nicht nötig — einfache App-Wallbox reicht
OCPP-fähige Wallboxen im Überblick
Nicht alle Wallboxen unterstützen OCPP. Diese Hersteller bieten zuverlässige OCPP-Integration:
- Keba P30 — OCPP 1.6, Business-Variante, besonders verbreitet in DE
- Mennekes AMTRON — OCPP 1.6, auch für Mehrfamilienhäuser geeignet
- ABB Terra AC — OCPP 1.6 + 2.0.1, Gewerbe-fokussiert
- EVBox — OCPP 1.6 + 2.0.1, europaweit verbreitet
Den vollständigen Vergleich mit OCPP-Filter findest du im Wallbox-Vergleich 2026.
Lastmanagement: Warum OCPP im MFH unverzichtbar ist
Im Mehrfamilienhaus oder Betrieb ist Lastmanagement der wichtigste OCPP-Use-Case: Mehrere Wallboxen teilen sich einen Hausanschluss (z.B. 50 kW). Ohne OCPP würden alle gleichzeitig mit Vollleistung laden und den Anschluss überlasten. Mit OCPP-Lastmanagement verteilt das Backend die verfügbare Leistung dynamisch — alle laden, niemand überlastet das Netz.
Kosten eines OCPP-Backends
OCPP allein reicht nicht — du brauchst auch ein Backend (CPMS, Charge Point Management System). Optionen: kostenlose Open-Source-Lösungen (z.B. evcc oder OCPP-Server auf eigenem Raspberry Pi), kommerzielle Anbieter (5–15 €/Monat/Ladepunkt). Das System evcc verbindet Wallbox, PV-Anlage und Heimspeicher kostenlos und ohne Cloud-Abo. Für Privatnutzer lohnt sich ein CPMS kaum — für Gewerbe und WEG ist es oft unumgänglich.