Wallbox Elektriker: Was ein gutes Angebot enthält (und wann du ablehnen solltest)

Wallbox Elektriker: Was ein gutes Angebot enthält (und wann du ablehnen solltest)

Du fragst drei Elektriker an und bekommst Angebote zwischen 800 € und 4.200 €. Was ist normal, was ist überteuert — und welche Aussagen vom Elektriker sind schlicht falsch?

Was ein seriöses Angebot enthält

Ein vollständiges Elektriker-Angebot für eine Wallbox-Installation enthält alle diese Punkte — schriftlich und einzeln ausgewiesen:

PositionTypische Kosten
Arbeitszeit (Stundensatz 60–100 €/h)4–8 Stunden
Kabel NYM-J 5×4 oder 5×6 mm²je nach Länge
FI-Schutzschalter Typ A EV80–150 €
Leitungsschutzschalter B16/B3220–40 €
Anmeldung beim Netzbetreiberoft inklusive
Inbetriebnahme + Prüfprotokollinklusive

Einfache Installation (Zählerkasten neben Garage, 5–10 m Kabelweg): 500–900 €
Mittlere Installation (Kabelweg 15–25 m, Unterputz): 900–1.600 €
Aufwendige Installation (Erdarbeiten, langer Kabelweg, Zählerkasten veraltet): 1.600–3.500 €

Rote Flags: Diese Aussagen sind falsch

In Foren berichten Nutzer regelmäßig von Elektrikern, die schlicht falsche Anforderungen erfinden. Hier die häufigsten:

  • "Sie brauchen einen separaten Zähler für die Wallbox." — Falsch. Ein eigener Stromkreis reicht. Ein separater Zähler ist optional, nicht Pflicht.
  • "Für Schuko-Laden brauchen Sie einen speziellen FI-Schalter für 800 €." — Falsch. Ein handelsüblicher FI Typ A EV kostet 80–150 €.
  • "22 kW Wallbox ist Pflicht, damit Sie schnell genug laden." — Falsch. Für 95 % aller E-Autos reicht 11 kW völlig.
  • "Der Netzbetreiber genehmigt das nie." — Falsch. Jede Wallbox über 4,2 kW muss angemeldet werden, wird aber fast immer genehmigt.
  • "63 A können nicht durch einen Zähler fließen — Sie brauchen einen neuen Hausanschluss." — Wird für Standard-11-kW-Wallboxen nicht benötigt.

So holst du das beste Angebot

  1. Mindestens 3 Angebote einholen — Preisspanne von 50–100 % ist normal
  2. Vor-Ort-Besichtigung bestehen — Pauschalangebote ohne Besichtigung sind wertlos
  3. Hersteller-Partnernetz fragenKeba, Mennekes und go-e haben zertifizierte Installationsbetriebe
  4. Alles schriftlich — kein mündliches "wird schon passen"
  5. Förderprogramme vorab klären — manche Bundesländer fördern nur über bestimmte Betriebe

Was wirklich teuer macht

Der größte Kostentreiber ist der Kabelweg. Jeder Meter Erdarbeiten (Graben, Rohr, Verfüllen) kostet 50–100 € pro Laufmeter. Wer einen Außenparkplatz 20 m vom Haus hat, zahlt für die Erdarbeiten allein 1.000–2.000 € — noch bevor eine Wallbox montiert ist. In diesem Fall lohnt sich eine CEE-Außensteckdose als günstigere Alternative für den Übergangszeitraum. Mehr zu den Gesamtkosten: Wallbox Kosten Übersicht.

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